JA zur grünen Wirtschaft

Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft

In einer Woche stimmen Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die grüne Wirtschaft ab. Dabei geht es darum, dass die Schweizer Wirtschaft in Zukunft die natürlichen Ressourcen aus dem In- und Ausland effizient nutzt und die Umwelt möglichst wenig gefährden darf. Die Initiative will den Verbrauch von natürlichen Rohstoffen bis 2050 auf eine Erde reduzieren. Würden nämlich alle Menschen auf der Welt so viele natürliche Ressourcen verbrauchen wie die Schweizer Bevölkerung, wären dafür heute rund 3 Erdkugeln nötig. 

 

Die Gegner der Initiative finden den Zeitrahmen zu knapp, brüsten sich mit hohen Recycling Quoten, machen Angst mit höheren Konsumpreisen und neuen Steuern. Damit haben sie sicher nicht unrecht, denn

 

  • Wir sind Meister im Recyclen, aber noch grössere Meister in der Produktion von Abfall
  • Konsumgüter könnten teurer werden, wenn Produkte wie Elektrogeräte durch Innovation wieder eine längere Lebensdauer aufweisen würden. Langfristig werden hochwertige Produkte aber unser Portemonnaie und die Umwelt schonen. Langlebige Produkte statt Wegwerfkultur.
  • Lebensmittel könnten teuer werden, wenn wegen Foodwaste (weggeworfener Lebensmittel) eine Ressourcenverknappung stattfindet. In den Industriestaaten werden Lebensmittel haufenweise weggeworfen, weil wir es uns leisten können. Mehr dazu auf Foodwaste
  • So lange Auslandflüge billiger sind, als eine Fahrt im Zug von A nach B, wird niemand gewillt sein, auf die Ferien im Ausland zu verzichten. Früher musste man für die Ferien sparen. Heute fliegt man wegen der tiefen Preise gleich mehrmals jährlich irgendwo hin. Insofern lässt sich der CO2 Ausstoss vermutlich nur übers Portemonnaie reduzieren.

 

 

 Immer wieder liest und hört man von den Initiativgegnern, die Zeit sei zu knapp um die Ziele umzusetzen. Bedenkt man allerdings was in den letzten 34 Jahren an Innovationen hervorgebracht wurde, lässt dies nur erahnen, was in den nächsten 34 Jahren möglich sein wird. Wer hätte in den 70 Jahren gedacht, dass wir Strom mit Solar oder Abfall erzeugen werden, Häuser mit Erdwärme beheizen, Züge mit 200 Stundenkilometern durch die Gegend flitzen, Autos von alleine fahren werden, Telefonieren ohne Kabel möglich sein wird, Nachrichten via Internet in Sekundenschnelle um den Erdball sausen oder das Roboter unsere Arbeit übernehmen werden? Warum soll es also nicht möglich sein, mit zukünftigen Technologien eine Umweltverträgliche Wirtschaft zu erreichen? Dafür müssen aber alle am gleichen Strang ziehen. Wirtschaft und Konsumenten.

 

Eine intakte Umwelt und genügend Ressourcen für uns und unsere Nachkommen können nur durch ein Umdenken gesichert werden.

 

Selbst wenn die Initiative abgelehnt wird, müssen wir uns mittel- und langfristig mit dem Thema auseinander setzten. Anstatt Finanzkrisen drohen uns Ressourcenkrisen. Und wenn wir die im Ausland verursachten Umweltschäden (Regenwaldabholzung für Palmöl in Kosmetika/Lebensmittel oder Mikroplastik in Pflegeprodukten, welches in den Weltmeere gelangt) nicht mittragen oder verhindern, werden die Folgen davon Klimaschäden oder Klimaflüchtlinge sein.

 

Daran möchte ich heute aber nicht denken. Ich bin optimistisch genug zu hoffen, dass wir am 25. September als innovatives Land ein historisches Zeichen zu Gunsten der Umwelt und unserer Nachkommen setzten .

 

Die Übernutzung von natürlichen Ressourcen – zum Beispiel Wald, Ackerland oder Ozeane – zerstört die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Grosskinder. Die Initiative für eine Grüne Wirtschaft fordert deshalb, dass die Schweiz bis 2050 nachhaltig wirtschaftet. Der «ökologische Fussabdruck» der Schweiz soll – auf die Weltbevölkerung hochgerechnet – eine Erde nicht überschreiten. Auch die EU und andere Länder haben sich ein solches Ziel gesetzt. Bundesrat und Parlament werden die Umsetzungsschritte definieren.


 

 

 

Eine gelungene Erklärung der Initiative auf Easyvote. Im Moment liegen die Ja Stimmen dort bei erfreulichen 77%.

 


 

 

 

Ein anschaulicher Film darüber, dass wir die Erde brauchen, aber sie braucht uns nicht. Sie wird uns alle überleben. Es ist uns überlassen, wie wir damit umgehen.


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